Schlafsack Ajungilak Kompakt Winter im Test

Die Winterversion der Kompakt-Serie von Ajungilak hatte mir schon angenehme Nächte beim Winterzelten in den Alpen beschert. Der ungleich kältere Winter in Bolivien hatte jedoch meinen Ajunkgilak Kompakt Winter ungleich mehr gefordert.

Der Winter in Bolivien ist die beste Zeit zum Bergsteigen, da dies die trockensten Monate mit dem stabilsten Wetter sind. Allerdings ist es auch entsprechend frisch und es kann nachts locker mal -25 Grad kalt werden. Ohne den entsprechenden Schlafsack wird es dann recht ungemütlich.

Ajungilak Kompakt WinterMein Budget für neue Ausrüstung für meine Trekking- und Bergtour in Bolivien war begrenzt und ich besitze bereits 2 Schlafsäcke. Daher musste ich darauf verzichten, mir auch noch einen Expeditions-Schlafsack zuzulegen. Lieber habe ich das Geld in eine Downmat investiert, da die Bodenkälte den Körper wesentlich mehr auskühlt als die Kälte der umgebenden Luft. Und so musste ich auf meinen bewährten Ajungilak Kompakt Winter vertrauen.

Kunstfaser versus Daune

Die dickste Version der Schlafsack-Serie Kompakt von Ajungilak besitzt eine Füllung aus Kunstfaser. Daher ist er wesentlich voluminöser als ein Daunenschlafsack, jedoch auch weniger empfindlich gegen Feuchtigkeit von innen durch Schwitzen und von aussen durch z.B. an der Zeltwand kondensierte Atemluft.

Gewichtsmässig liegt Kunstfaser ebenfalls über der Daune. Dafür trocknet Kunstfaser aber auch besser als Daune. Auf längerer Tour kann ein Daunenschlafsack immer schwerer werden, da er nicht mehr richtig trocknet und immer mehr Feuchtigkeit bindet. Die Folge ist, dass die Daunen ihre Isolierfähigkeit verlieren. Somit ist Kunstfaser bei längeren Touren mit Minusgraden nicht unbedingt von Nachteil.

Schlafkomfort

Ein weiterer Aspekt, den ich persönlich sehr wichtig finde, ist der Schlafkomfort eines Schlafsacks. Aus Gründen der Gewichtsersparnis sind viele Schlafsäcke relativ eng geschnitten. Das ist toll für Leute, welche die ganze Nacht auf dem Rücken liegend schlafen können ohne sich ein einziges Mal zu bewegen.

Leider kann ich das überhaupt nicht. Ich schlafe gerne auf der Seite, winkle auch mal die Beine an und drehe mich im Schlaf hin und her. Daher brauche ich einen Schlafsack, der diese Bewegungen mitmacht, ohne an den gespannten Stellen gleich platt zu liegen und damit nicht mehr zu isolieren.

Der Ajunglika Kompakt Winter kommt mir da sehr entgegen. Ich fühle mich als normal gebauter Mensch nicht beengt und kann mich auch mal auf die Seite drehen, ohne dass der Schlafsack gleich zu platzen droht. Zwar muss jeder Quadratzentimeter freie Luft innerhalb des Schlafsacks vom Körper erwärmt werden, was zusätzlich Energie kostet. Allerdings schlafe ich lieber bequem, was für die Erholung sicher förderlicher ist, als eine vielleicht 1 Grad höhere Temperatur im Schlafsack.

Wärmeleistung

Im Ajunglika Kompakt Winter habe ich in Bolivien keine einzige Nacht gefroren, und das bei teils -15 Grad. Ich hatte zudem den Eindruck, dass auch an den gespannten Stellen (z.B. mit angewinkelten Knien) noch genügend Isolation vorhanden war.

Gewicht und Packmass

Der Ajunglika Kompakt Winter ist mit 2’100 Gramm Gewicht sicher nicht die Feder unter den Winterschlafsäcken. Auch das Packmass ist mit 13 Litern und 46 x 22 cm recht üppig. Dies sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man sich den Schlafsack zulegen möchte. Denn er muss auch noch in den Rucksack passen. Zwar wird ein Kompressionssack mitgeliefert, trotzdem bleibt noch ein ziemlich grosses Päckchen über.

Die Vor- und Nachteile im Überblick

  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Schlafkomfort
  • Wärmeleistung
  • Angenehme Materialien
  • Unempfindlich gegen Nässe
  • Koppelbar mit gleichem Modell
  • Packmass
  • Gewicht

Herstellerangaben zum Ajungilak Kompakt Winter

Grössen: small: 165 cm / regular: 180 cm / large: 195
Füllung: MTI-13 1120 / 1230 / 1350 g
Leistung: Komfortbereich – 9 ° C
Gewicht: ca. 1750 / 1950 / 2100  g
Packmass: 8,3 / 9.5 / 12,0 Liter
Material aussen: PerformanceTX – Hochleistungs-Nylon-Ripstop
Material innen: MLT Comfort – Leichtgewicht-Nylon

Fazit

Im Segment der Winter-Schlafsäcke aus Kunstfaser ist der Ajunglika Kompakt Winter sicher ein Favorit. Für Wintertouren in unseren Breitengraden ist er absolut ausreichend mit Reserven nach unten. Wer allerdings expeditionsmässig in wesentlich kälteren Breitengraden unterwegs ist oder auf ein kleines Packmass angewiesen ist, der wird nicht um einen Daunenschlafsack herumkommen.


5 Responses to “Schlafsack Ajungilak Kompakt Winter im Test”

  1. Hallo,
    in welcher Größe hast du den Schlafsack gekauft? Ich bin 1,78m groß und frage mich ob die 180cm Regular version zu klein ist. Da ich in El Salvador lebe, kann ich ihn nicht probeliegen…
    Danke für die Hilfe!

  2. Ich empfehle Dir die 180cm-Version. Die nächste Länge ist 195 cm, was doch 120 Gramm und 2,5 Liter Packvolumen mehr sind. Ein zu langer Schlafsack ist auch in Bezug auf die Isolation nicht optimal, denn Deine Füsse müssen die zusätzliche Luft im (ungenutzten) Fussbereich erwärmen. Ich habe bei 183 cm Körpergrösse die 195 cm-Version wählen müssen und habe dieses Problem. Ich stopfe daher abends immer meine Klamotten in das Fussteil – das geht auch, ist aber natürlich nicht ganz optimal.

  3. Ich besitze ein Vorgängermodell (Comfort Winter) in der 195 Variante.

    Gerade letzten Freitag im Alpstein im Freien (um 0 Grad) damit übernachtet. Kann mich nur anschliessen:

    – viel reserve nach unten, hatte keine Unterlage oder Biwak Hülle dabei, und trotzdem war es mit halb geöfnnetem Reisverschluss noch kuschelig warm drinnen
    – trotz extremer Tau Nässe im inneren alles trocken geblieben
    – habe den Schlafsack seit ca 6 Jahren, immer noch top Qualität (habe ihn aber auch nur 2 Mal gewaschen seither, ganz gemäss Tips und Tricks der Mamut Homepage)
    – habe den auch im Sommer im Ticion auf dem Camping Platz dabei, mache in einfach ganz auf, und verwende ihn als Decke
    – Ich habe zwar noch nie das oben beschriebene Problem mit dem zu grossen Fussbereich verspührt (ich bin 184 cm gross), schätze aber in hohen Lagen auch den grösseren Fussbereich, um darin Kleider warm zu halten 😉
    – für das Geld findet mal wohl niergends sonst so viel Schlafsack!!

  4. Hallo
    Ich habe den Kompakt Schlafsack vor ca. 15 Jahren gekauft. Brauchte ihn schon bei diversen Temperaturen und hatte immer schön warm, wenn nicht teils schon fast zu warm. Der Schlafsack ist noch immer in top Zustand.
    An was ich mich nicht mehr erinnern kann, ist die Lagerung.
    Der Schlafsack lagert bei mir offen im Schrank. Ist es notwendig, diesen Schlafsack offen (nicht in der Hülle) zu lagern? Oder mache ich das so, weil ich es so von früher (Daunenschlafsack) kenne. Kann mir da jemand helfen?
    Merci und Gruss Iris

  5. Hallo Iris

    Ich lagere alle meine Schlafsäcke – egal ob Daune oder Kunstfaser – offen im Schrank. Bei Daune ist dies zwingend notwendig, sonst isoliert sie nicht mehr gut. Kunstfaser hält es sicher besser aus wenn sie eng im Packdsack gelagert wird. Allerdings lässt auch deren Bauschfähigkeit mit der Zeit nach, besonders wenn sie komprimiert wird. Du lagerst Deinen Schlafsack offen im Schrank also sicher richtig.

    Gruss,
    Andreas

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