Tipps für das Winterbiwak

Die Biwak-Skitour auf den Alphubel und das Rimpfischhorn war der grossartige Abschluss einer an Touren sonst sehr mageren Wintersaison 12/13. Für uns war es die erste Biwaktour mit Skiern in dieser Höhe und entsprechend sind wir um ein paar Erfahrungen reicher geworden, die ich an dieser Stelle gerne weitergebe.

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Kocher und Brennstoff

Der Kocher muss eigentlich permanent laufen, um genug Schnee für Tee und Essen zu schmelzen. Entsprechend hoch sollte der Brennstoffverbrauch kalkuliert werden. Ich empfehle hier, nicht zu knapp zu kalkulieren denn kein Brennstoff = kein Wasser = viel Durst = Abbruch der Tour.

Wir haben den Primus Omnilite Ti mit einem Wärmetauschertopf benutzt. Für zwei Personen haben wir ca. 250 ml Brennstoff (Primus Power Fuel) pro Tag verbraucht.

Von Gaskartuschen habe ich abgesehen, da bei diesem Verbrauch auch das Packmass entsprechend gross ist.

Elektrolyte

Bei Anstrengung in grosser Höhe benötigt der Körper wesentlich mehr Wasser als üblich. Wasser aus geschmolzenem Schnee enthält jedoch faktisch keine Elektrolyte und die Elektrolyte, die man über das Essen aufnimmt reichen nicht aus, den erhöhten Bedarf zu decken. Daher sollte man neben den üblichen Teebeuteln zusätzlich ein spezielles Pulver für Sportgetränke (Isostar o.ä.) mitnehmen. Ansonsten trinkt ihr permanent und habt trotzdem Durst – sehr unangenehm!

Gewicht

Unsere Rucksäcke haben wegen der obligatorischen Lawinen-, Hochtouren- und Biwakausrüstung rund 26 Kilogramm gewogen. Dazu kam noch die Ski mit Fellen und Harscheisen sowie die Skistiefel. Die Optionen zur Gewichtsreduktion sind bei einer solchen Tour also entsprechend begrenzt.

Am Schlafkomfort sollte man aus meiner Sicht nicht sparen. Denn nach einem langen, anstrengenden Tag auch noch eine Nacht frierend im Zelt zu verbringen vermiest die gesamte Tour und birgt durch die mangelnde Erholung ein gewisses Risiko beim Bergsteigen. Ein dicker Schlafsack und eine gut isolierende Isomatte sind also Pflicht.

Verzichten würde ich das nächste Mal sicher auf die Schneesäge (hier tut es die Lawinenschaufel), den Flachmann (hier reicht ein einziger aus) und das aufblasbare Sitzkissen (ja, manchmal bin ich eine Pussy).

Bewährt haben sich die gefriergetrockneten Fertigmahlzeiten: man spart sich Gewicht, das Kochen und Abwaschen. Ausserdem kann Mann die Tüten nachts im Vorzelt als sicher verschliessbaren Pinkelbehälter wiederverwenden, was einem den grässlichen Gang in die Eiseskälte erspart.

Für die Nacht

Blick aus dem ZeltNicht nur im Winterbiwak haben sich Schnupfenspray und Taschentücher in Griffweite bestens bewährt. In grosser Höhe und Kälte trocknen die Schleimhäute rapide aus und die Nase verstopft. Und der molligste Schlafsack nützt herzlich wenig, wenn man nicht ordentlich Luft bekommt und vor lauter Herumröcheln nicht schlafen kann. Ein Nasenspray ist dann Gold wert.

Auch die Thermosflasche in Griffweite rettet vor dem nächtlichen Ausdörren.

Die verschwitzten Innenstiefel der Skistiefel sollte man im Schlafsack anbehalten, damit sie trocknen. Stellt man sie vor das Zelt oder in den Vorraum, sind sie am nächsten Morgen meist gefroren. Es ist sehr unangenehm, dann in die eiskalten Skistiefel zu schlüpfen. Wer empfindlich ist bekommt dann eventuell die Füsse den ganzen Tag nicht mehr richtig warm.

Weitere Tipps?

Habt ihr auch Erfahrungen im Winterbiwak gemacht und könnt einen guten Tipp über die Kommentarfunktion weitergeben? Immer her damit!


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