Hochtour Pollux und Castor

Unsere geplante Hochtourenwoche mussten wir wegen Krankheit am dritten Tag leider abbrechen. Dafür haben wir den Castor von beiden Seiten überschritten – und das hat ja schliesslich auch nicht jeder schon gemacht.

Matterhorn

Der Plan: die Spaghettitour

Die sogenannte „Spaghetti-Tour“ über mehrere Viertausender im Monte-Rosa-Gebiet ist sicher jedem ein Begriff, der sich für Hochtouren begeistert. Je nach Zeit, Wetter und geplanter Route kann man bis zu 13 Viertausender innerhalb von 6 Tagen besteigen. Eine reizvolle Herausforderung, die ich gemeinsam mit meinem Tourenpartner Gerry Anfang Juli anging.

Tag 1: Anreise nach Zermatt

Ausgehend von Zermatt ging es Sonntag mittag mit der Bahn hinauf zur Station Trockener Steg. Von dort weiter in einem langen Hatsch über die Skipiste hinauf zur Rifugio Theodulo (3317m), wo wir übernachteten.

Tag 2: Pollux und Castor

Am nächsten Morgen waren wir schon um 3:30 Uhr unterwegs zum Breithornplateau, welches wir in der Morgendämmerung Richtung Breithornpass querten. Von dort weiter zum Schwarztor und zum Südwestgrat des Pollux. Nach einem kurzen Firnfeld ging die Normalroute (ZS-) in Fels über und dort in leichter Kletterei (III) und mit Ketten gesichert zum Gipfelgrat. So erreichten wir frühmorgens den Pollux (4092m) mit grandioser Aussicht.

Für den Abstieg entschieden wir uns für den Südostgrat, welcher nicht zu empfehlen ist. Das Gekraxel hinunter zum Zwillingsjoch kostete wegen bröseligem Fels und einer langsamen Gruppe unter uns sehr viel Zeit.

Endlich unten angekommen ging es vom Zwillingsjoch aus über die Normalroute (WS) weiter auf den Castor (4223m). Einer schon bereits recht ausgetretenen Spur folgend war der Gipfel schnell erreicht.

Blick zum LiskammWieder eine fantastische Rundumsicht, auch auf den Liskamm, welchen wir am nächsten Tag angehen wollten. Im Abstieg stellten wir uns noch kurz auf das Felikhorn (4087m) – der Vollständigkeit halber unser dritter Viertausender an diesem Tag.

Nachmittags erreichten wir nach insgesamt 18 Kilometern Strecke über Gletscher dann endlich die Capanna Quintino Sella (3585m).

Dummerweise sind Viertausender nicht der ideale Ort, um eine Angina auszukurieren. Deshalb blieb mir trotz der vielen frischen Luft nach diesem Tag die Stimme weg und die Halsschmerzen kamen wieder. Ohne Stimme Seilkommandos zu geben ist schwierig und der Liskamm kein Spaziergang. Daher war der Abbruch der Tour die einzige vernünftige Opti0n.

Zum Glück gibt es Stift und Papier, denn ohne hätte ich mit Gerry den weiteren Tourverlauf gar nicht besprechen können. Eine für mich schwere Entscheidung, hatten wir doch gemeinsam schon lange geplant.

Tag 3: Und einmal zurück

Gipfelgrat CastorZurück ging es auf fast derselben Route: Überschreitung des Castor und dann direkt durch den Breithornpass zum kleinen Matterhorn. Von dort mit der Bahn zurück nach Zermatt.

Trotz des kurzfristigen Endes waren es drei schöne und herausfordernde Tage für uns. Die wirklich spannenden Viertausender konnten wir leider nicht mitnehmen. Aber das schöne an den Bergen ist ja bekanntlich, dass sie nicht weglaufen.

Wir kommen also wieder!


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