Hochtour Mönch und Jungfrau

Die Besteigung von zwei der bekanntesten 4000er Mönch und Jungfrau an einem langen Wochenende mit perfektem Kaiserwetter – traumhaft schön und zutiefst beeindruckend!

Charakter: Hochtour ZS- (II-III)

Datum: 23./24. August 2009

Mönch (4099 m.ü.M.)

Aletschgletscher vom Gipfel des MönchDank der Jungfraubahn ging es Sonntag morgen sehr schnell bis auf das Jungfraujoch (3’454m). Ein kurzer Kampf durch das Gedränge der Touristen und wir standen im blendenden Weiss der Sonne auf dem Aletschgletscher.

Ohne viel Zeit zu verlieren gingen wir den planierten Weg zur Mönchsjochhütte, wo auf halber Strecke  links der Weg zum Südsporn des Mönch abzweigte. Hier ging es in leichter Kletterei (II-III) und unterbrochen durch einen Firngrat zu einer steilen Eispassage (etwa 50°). Diese war jedoch sehr gut mit Trittstufen präpariert und stellte dank einer Sicherungsstange keine grössere Hürde dar.

Gipfelgrat des MönchRichtig knackig wurde es erst auf dem Gipfelgrat des Mönch: dieser führt zwar waagrecht, jedoch sehr ausgesetzt auf einer Länge von ca. 200m auf den Gipfel. Mit Tief-Luftholen und Konzentration auf die schmale Spur konnten wir aber auch diese letzte Hürde vor dem Gipfel meistern und wurden mit einem fantastischen Blick über den Aletschgletscher und die umliegenden Gipfel belohnt.

Hinab ging es zurück über den Grat auf der Normalroute zur Mönchsjochhütte.

Jungfrau (4089 m.ü.M.)

Blick über den AletschgletscherMorgens um kurz vor 5 ging es über den oberen Jungfraufirn zum Fuss eines Ausläufers des Rottalhorns (Punkt 3506). Hier galt es, die erste Schlüsselstelle, eine Eispassage von etwa 50° und 20 Metern Länge zu überwinden. Stufen im Eis und Eisschrauben zur Zwischensicherung ermöglichten uns jedoch eine sichere Querung. Weiter ging es in leichter Kletterei (II) auf den Firn des Ausläufers.

Auf dem RottalsattelUnterhalb des Rottalhorns mit seinen mächtigen Wechten querten wir die Flanke bis zum steilen Zustieg zum Rottalsattel. Auch hier ermöglichten uns gute Trittstufen im Schnee den problemlosen Aufstieg.

Der Blick, als wir über den Sattel stiegen war einfach atemberaubend: hunderte von Metern jäh abfallende Wände zum Rottal und ein unglaublich weiter Blick über die umgebenden Gipfel. Wirklich zum Heulen schön!!

Aletschgletscher von der JungfrauNach der Querung des Sattels ging es in die steile Eisflanke der Jungfrau, welche wir hinüber zu den Felsen queren mussten. An dieser Stelle kam es häufig zu Abstürzen – zuletzt verunglückten 2007 sechs Soldaten tödlich.  Die Stelle wurde mittlerweile mit Eisenstangen entschärft. Weiter ging es abwechselnd in leichter Kletterei (II) und auf dem Firnhang zum Gipfel der Jungfrau mit einer grandiosen Aussicht!

Abstieg von der JungfrauDer Abstieg ging denselben Weg wieder hinunter zum Rottalsattel. Nach ca. 2/3 der Flanke ging es links hinab zu einer  Abseilstelle. So konnten wir recht einfach den Eisabbruch überwinden und weiter steil hinab zurück auf den Jungfraufirn steigen. Nun noch ein paar Spalten gequert und wohlbehalten kamen wir bei der Sphinx-Aussichtsterasse wieder an.

Fazit zur Hochtour auf Mönch und Jungfrau

Insgesamt ein fantastisches Tourenwochenende mit Bedingungen, wie sie fast nicht besser sein konnten!


Artikel kommentieren

Visit Us On Youtube