Einführungskurs für Hochtouren 2011

Gemeinsam mit meinen beiden Co-Leitern Timo und Stephen habe ich mitte Juli einen Einführungskurs für Hochtouren auf der Tierberglihütte durchgeführt. Ein tolles Wochenende, auch wenn es am Ende sehr nass wurde.

Einführungskurs für Hochtouren

Der Schweizer Alpenclub SAC bietet seinen Mitgliedern jedes Jahr Einführungskurse für Hochtouren an. Gedacht sind diese Kurse für alle, die gerne höher hinaus wollen und einmal eine hochalpine Tour mitmachen möchten.

Ziel des Kurswochenendes ist die Vermittlung der technischen Grundlagen für Hochtouren sowie Basis-Knowhow für die passende Ausrüstung. Als Tourenleiter beim SAC habe ich diesen Kurs das erste Mal durchgeführt. Und hatte sehr viel Spass mit der Gruppe.

Kursprogramm Samstag

Aufstieg zur TierberglihütteDas Kurswochenende starteten wir mit einer kurzen Vorstellungsrunde der Tourenleiter und der Teilnehmer vorm Hotel Steingletscher. Danach ging es rechterhand des Baches direkt über den mit Ketten gesicherten Weg In Hublen.

Hier führten wir nach einer kurzen Theorielektion einige Praxisübungen gemäss den Kursunterlagen für das Bewegen im weglosen Gelände durch (Balance, Reibung, Routenverlauf). So ging es über den natürlichen Hindernis-Parcours zum Parkplatz am Beginn des Sommerweges zur Tierberglihütte.

Nach einer kurzen Rast ging es weiter und nach bereits 20 Minuten erreichten wir ein Firnfeld, welches sich für die Praxisübungen im Firn anbot. Nach 2 Stunden Auf- und Abstieg im Firn, Spur legen, Bremsübungen mit und ohne Eispickel ging es weiter auf weiss-blauem Weg bis zur Tierberglihütte.

Die Teilnehmer waren nach dem zähen Aufstieg recht erschöpft. Auch benötigten wir wegen einer Teilnehmerin die umkehren wollte länger als geplant. Und so blieb nach der Lektion Hüttenknigge von Timo statt Gehen mit Steigeisen nur noch Zeit für das Anseilen in der 3er-Seilschaft.

Der Tag schloss mit einer gemütlichen Runde in der Tierberglihütte.

Kursprogramm Sonntag

Tagwacht war bereits um 5:45 Uhr und wir frühstückten bis um 6:30 Uhr. Um 7:00 Uhr versammelten sich dann alle Teilnehmer voll angelegt vor der Hütte. Wir gingen direkt zum Windloch, wo wir die Steigeisen anlegten. Nach einigen Einstell- und Reparaturübungen liefen wir über den aperen Gletscher, kletterten mit den Steigeisen in den Felsen vor der Hütte und durchstiegen das Windloch sowohl in der Vertikalen als auch Horizontalen.

Teilnehmer bei RutschübungDanach war selbstständiges Anseilen der Teilnehmer angesagt. Ein kurzer Aufstieg über den aperen Gletscher brachte uns in Firn, wo wir Verankerungen übten (Steckpickel und Toter Mann) und diese auf die Haltekraft testeten.

Wegen Kälte und Regen kehrten wir nach 2 Stunden wieder zur Hütte zurück, wo sich die Teilnehmer aufwärmen konnten. Danach wurde gepackt und wir marschierten abermals zum Windloch.

Der Regen setzte wie vorhergesagt um Punkt 10.30 Uhr ein. Heiri, der Hüttenwart, empfahl uns abzusteigen. Also zeigten wir Leiter den Teilnehmern noch die lose Rolle, damit sie diese zumindest mal gesehen hatten. Für eine praktische Übung hatten wir leider keine Zeit mehr, da das Postauto bereits um 14.30 Uhr am Hotel Steingletscher abfuhr.

Also stiegen wir recht flott in strömendem Regen, jedoch bei guter Laune, wieder ab. Vor der Abfahrt mit dem Postauto blieb sogar noch Zeit für ein heisses Getränk im Restaurant.

Fazit zum Einführungskurse für Hochtouren

Für uns Leiter war es ein sehr schöner und spannender Kurs, was auch das gute Feedback der Teilnehmer bestätigte. Die Teilnehmer haben zumindest mal etwas Hochtouren-Luft schnuppern können – die Praxis und die Erfahrung kommt dann mit den Hochtouren.

Und nächstes Jahr bin ich sicher wieder mit dabei!

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