Klassenleiterkurs für den Einführungskurs Hochtouren

Die Einführungskurse Hochtouren (Schnee und Eis) sind für viele Mitglieder des Schweizer Alpenvereins SAC oftmals die erste Berührung mit Gletschertouren. Hier werden die Grundlagen vermittelt, um an hochalpinen SAC-Touren teilnehmen zu können.  Zur Vorbereitung der diesjährigen Einführungskurse verbrachten wir ein lehr- und übungsreiches Kursleiter-Wochenende auf der Kröntenhütte.

Der Klassenleiterkurs am 28./29. Mai diente zur Auffrischung der vermittelten Techniken und Übungen sowie zum Kennenlernen der Kursleiter und Hilfsleiter untereinander. Mit insgesamt 14 Teilnehmern war unser Kurs sehr gut besucht. Die Mischung aus Tourenleitern, erfahrenen Sektionsmitgliedern, welche sich zum Hilfsleiter ausbilden liessen sowie Tom Rohrer als Bergführer und Ausbilder, versprach ein spannendes und spassiges Wochenende.

Samstag

KröntenhütteNach der Anreise mit dem ÖV starteten wir im Erstfeldertal mit der Tagesplanung in kleinen Gruppen. Zu jeder Planung gab es Feedback von den Tourenleitern und Tom. Der beste Vorschlag wurde als unser Tagesprogramm angenommen. Unterbrochen von kurzen praktischen Übungspausen (Knotenbinden) und theoretischer Wissensvermittlung (Orientierung) stiegen wir in Richtung Kröntenhütte auf.

Über der Baumgrenze verliessen wir den Weg, um das Gehen im weglosen Gelände und Verhalten in Firnfeldern zu üben. Wichtige Techniken wie Spurlegen oder Sturzbremse konnten wir direkt anwenden – inklusive Tipps, wie sich dabei nasse Hosen mit der richtigen Ausrüstung vermeiden lassen.

Nach unserem Abstecher ins freie Gelände trafen wir wieder auf den Hüttenweg. Kurz vor der Kröntenhütte packten wir die Seile aus und übten die Spaltenrettung mit der Seilrolle (Österreicher Flaschenzug), bis uns die untergehende Sonne an das bevorstehende Abendessen erinnerte.

Den Tag liessen wir nach einer Feedbackrunde mit Bergsteigergeschichten bei einer Runde Grappa ausklingen.

Sonntag

Am nächsten Morgen ging es früh um 7 bei wolkenlosem Himmel los. Unser Ziel war das Windloch unterhalb der Kröntenlücke.

Auf dem Weg dorthin bot uns das Gelände wieder viele Möglichkeiten für Übungen, welche wir dann in unseren eigenen Ausbildungskursen selbst durchführen werden. Fortbewegung in verblocktem Gelände mit Balance-Übungen, das Gehen und Sturz-Halten am kurzen Seil in einer steilen Firnflanke, Spurtechnik sowie Orientierungsübungen brachten uns in der Morgensonne ganz schön ins Schwitzen.

Kröntenhütte WindlochMittags erreichten wir das Windloch, wo wir unverzüglich die Arbeitsplätze mit Sicherungen für die Spaltenrettung einrichteten.

Aufgeteilt in Dreierseilschaften sprang der jeweils Seilerste in das Windloch. Der Sturz musste von den Kameraden gehalten werden. Sodann wurde ein T-Schlitz als fixe Verankerung gelegt, und der im Windloch Hängende per Seilrolle herausgezogen. Anstrengend, aber ein grosser Spass! Auf dem Rückweg testeten wir noch die Haltekraft verschiedener Varianten des Steckpickels. Das Abfahren auf der Aufstiegsroute sparte uns einiges an Zeit und Kraft.

Zurück auf der Kröntenhütte verkürzten uns kalte Getränke und ein fantastisches Panorama die Wartezeit auf die Nachzügler. Mit der gemeinsamen Nachbesprechung mit Feedack der Kursleiter und Teilnehmer schloss der offizielle Teil des Klassenleiterwochenendes, bevor wir uns an den Abstieg in der strahlenden Abendsonne machten.

Fazit

Es war insgesamt ein toll organisiertes, anspruchsvolles und übungsreiches Wochenende. Solchermassen vorbereitet steht der erfolgreichen Durchführung der Ausbildungskurse eigentlich nichts mehr im Wege.


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