Der Zustiegsschuh MS Wildfire von Salewa im Test

Oftmals ist der Weg zur Kletterwand oder zum Boulderfelsen bereits eine Herausforderung für sich, denn steile Grashänge oder leichte Klettereien müssen bewältigt werden. Normalerweise würde man hierfür die Wanderstiefel nehmen, doch diese hängen dann beim Klettern schwer und klobig am Rucksack. Die Alternative sind spezielle Zustiegsschuhe – neudeutsch auch Approach-Schuhe – die den Zu- und Abstieg sowohl sicher als auch angenehm machen. Ob das Salewa mit dem Modell MS Wildfire gelingt, erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Bei „Wünsch-Dir-Was“ würde die Anforderungsliste für Zustiegsschuhe zur Kletterwand folgendermassen aussehen:

  • Möglichst kompakt und leicht
  • Kantenstabil für steile Schrägen auf Gras oder Firn
  • Gute Reibung auf verschiedenen Untergründen
  • Bequem im Auf- und Abstieg
  • Klettertauglich für leichte Kraxeleien
  • Wasserdicht (wenn die Wiese mal feucht ist)

Salewa MS Firetrail - VollansichtDie Anforderungen an Zustiegsschuhe sind also sehr vielfältig und manchmal sogar widersprüchlich: mit einem im Auf- und Abstieg komfortablen Wanderschuh lässt sich meist nicht gut kraxeln. Diesen Spagat müssen Zustiegsschuhe also hinbekommen.

Der neue MS Wildfire von Salewa ist im Rennen, diesen Spagat zu bewältigen. Getestet habe ich ihn auf einer Wanderung am Lago Maggiore, bei der ich mich auch im weglosen Gelände und beim Kraxeln im Fels versucht habe.

Ausstattung und Tragekomfort

Salewa MS Firetrail - Vibram SohleDen MS Wildfire gibt es sowohl in der Normal– als auch Gortex-Version (heisst dann Wildfire GTX) sowie für Männer und Frauen. Während erstere mit der besseren Atmungsaktivität punkten kann, sind für die wasserdichte GTX-Version auch nasse Wiesen kein Problem. Ansonsten sind beide Varianten von der Ausstattung her identisch.

Die Vibram-Sohle ist sehr griffig und bietet genügend Kantenstabilität auch bei Querungen in steilem Gelände. Der hochgezogene Rand und Spitze des Schuhs bieten einen sehr guten seitlichen Griff bei Kraxeleien in felsigem Gelände. Die Schuhspitze lässt sich präzise setzen und ermöglicht einen sehr guten Antritt. Insgesamt bietet die Sohle ein sehr weiches Abrollverhalten, ohne dass man jedoch gleich jeden Stein und jede Kante spürt.

Salewa MS Firetrail - Multifit FussbettDurch das Multifit-Fussbett (MFF+) kann der Schuh mittels austauschbarer Innensohlen an verschiedene Fussbreiten und -volumen angepasst werden.Das klappt sehr gut und ermöglich die komfortable Passgenauigkeit für verschiedene Fuss-Anatomien.

Das Innenfutter ist mit Silberionen ausgestattet und reduziert die Geruchsbildung.

Salewa MS Firetrail - 3F SchnürsystemDas von Salewa patentierte 3F Schnürsystem geht bis weit vorne in den Zehenbereich und ermöglicht festes und präzises Schnüren der Schuhe.

Das Gewicht liegt bei nachgewogenen 456 Gramm pro Schuh (Grösse 43) die mit der Fersenschlaufe am Rucksack oder Klettergurt befestigt werden können.

Testfazit

Der Tragekomfort des MS Wildfire ist ähnlich dem eines normalen Joggingschuhs sehr komfortabel. Salewa MS Firetrail - Sohlenspitze

Den Unterschied zum Joggingschuh merkt man jedoch schnell im weglosen Gelände und beim Kraxeln: die spezielle Vibram-Sohle ermöglicht ein präzises Setzen des Fusses und bietet für einen Halbschuh eine erstaunliche Verwindungssteifigkeit.

Die präzise Schnürung hält dabei den Fuss sicher im Schuh sowohl im Auf- als auch Abstieg. Das niedrige Gewicht schlussendlich macht sich sowohl beim Tragen als dann auch am Rucksack bemerkbar.

Für Zustiege ist der MS Wildfire also eine sehr komfortable Alternative zum schweren und klobigen Wanderschuh.


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