Wasserfilter MSR Miniworks EX im Test

Für meine Bolivientour 2010 habe ich mir den Wasserfilter MSR Miniworks EX zugelegt. Ob er mich von Montezuma’s Rache hat bewahren können, lest ihr im folgenden Testbericht.

MSR Miniworks EX

Vielleicht kennt ihr das aus Erzählungen oder eigener, leidvoller Erfahrung: da hat man monatelang seinen Trip um die halbe Welt geplant, viel Geld für den Flug etc. ausgegeben, und dann verbringt man einen guten Teil seines Jahresurlaubs mit wüsten Durchfall.

Ich habe auf meiner Bolivienreise versucht, möglichst viele Risiken einer Durchfallerkrankung von vornherein auszuschliessen: der obligatorische Verzicht auf ungeschältes Obst, Desinfektionsgel für die Hände und gegen schmutziges Trinkwasser den Wasserfilter Miniworks EX. Bewährt hat sich der Wasserfilter von MSR, obwohl er für meine Zwecke vielleicht etwas überdimensioniert war.

Herstellerangaben zum Wasserfilter MSR Miniworks EX

  • Durchflussmenge: 1 Liter pro Min. (entspricht ca. 100 Hübe pro Min.)
  • Filtermaterial: Keramik und Aktivkohle
  • Haltbarkeit des Filterelements: 2000 Liter (je nach Verschmutzungsgrad)
  • AirSpring Accumulator® für höhere Filtergeschwindigkeit
  • Stabiles Kunststoff-Gehäuse und Pumphebel
  • Messlehre für die Verschleißprüfung des Keramikfilterelementes
  • Porengröße des Filters: 0,0002 mm (Damit wirksam gegen Bakterien, Viren und Protozoen)
  • Aktivkohlefilter gegen Chemikalien im Wasser (z.B. Dünger, Pestizide)
  • Abmessungen: 210 x 95 mm Ø
  • Gewicht: ca. 490 g inkl. Packsack und Zubehör

Gebrauchstest MSR Miniworks EX

MSR Miniworks EX auf Weithalsflasche

Den Wasserfilter Miniworks EX habe ich auf einer 5-tägigen Höhentrekkingtour in Bolivien ausgiebig testen können. Unterwegs waren wir zu dritt, und das Pumpen von 3 Litern Teewasser hat sich als recht mühsam und langwierig erwiesen. Die Angabe von MSR zur Durchflussmenge ist meines Erachtens zu optimistisch. Zwar gab es überall klares Gebirgswasser, ich hatte jedoch den Eindruck, dass der Filter trotz zusätzlich vorgeschaltetem Teefilter recht schnell verstopft. Daraufhin sind wir zum klassischen Abkochen übergegangen, und ich habe den Filter nur noch für das Trinkwasser für unterwegs benutzt.

Für diesen reduzierten Anwendungsfall fand ich den MSR Miniworks mit 454 Gramm (nur der Wasserfilter mit trockener Kartusche) recht schwer. Hier gibt es wesentlich leichtere Konkurrenzprodukte, welche allerdings meist keinen Aktivkohlefilter haben. Für längere Strecken oder solche in grosser Höhe würde ich daher eher zu einem leichteren Produkt raten, auch wenn ihr etwas mehr pumpen müsst und das Wasser eventuell einen Beigeschmack hat.

MSR Miniworks Repair Kit

Die Haltbarkeit des Filterelements des MSR Miniworks EX ist mit 2.000 Liter angegeben, was absolut ausreicht. Bis ihr die aufgebraucht habt vergehen wirklich Jahre! Daher solltet ihr diesem Punkt bei der Auswahl eures Wasserfilters nicht so viel Bedeutung beimessen. Denn wahrscheinlich werden die wenigsten jemals solange unterwegs sein, dass sie 2.000 Liter Wasser filtern werden. Der Aktivkohlefilter lässt sich übrigens nicht getrennt vom Keramikfilter erneuern. Ich gehe deshalb davon aus, dass dessen Wirksamkeit bereits früher nachlässt.

Hatte ich irgendwann den ersten Liter Wasser gepumpt, war dieses absolut klar, geruchs- und geschmacksfrei. Das war ein echter Aufsteller und ein gutes Gefühl, gerade wenn über dem Basecamp die Lamas überall ins Wasser feudelten oder einfach tot darin herumlagen.

Vor- und Nachteile des MSR Miniworks EX

  • Kann ohne Werkzeug vollständig zerlegt und gewartet werden
  • Austauschbares Keramikfilterelement
  • Leicht für den Gebrauch zu installieren
  • Sehr gut zu reinigen
  • Auswechselbare Verschleissteile (Repair-Kit verfügbar)
  • Passt auf Flaschen mit 53mm-Weithalsgewinde (Nalgene & Co.)
  • Gereinigtes Wasser ist chemiefrei, geruchs- und geschmacksneutral durch Aktivkohle
  • Filter verstopft schnell
  • Durchflussmenge subjektiv geringer als von MSR angegeben (ca. 1/2 Liter pro Minute bei recht klarem Wasser)
  • Mühsames Pumpen
  • Recht schwer für längere Trekkingtouren

Test-Fazit zum Wasserfilter MSR MiniWorks EX

Wer gut auf ein Aktivkohle-Element in seinem Wasserfilter verzichten kann und längere Strecken unterwegs ist, sollte bei seiner Kaufentscheidung leichtere Modelle in Erwägung ziehen. Eventuell reichen diese bei geringerem Gewicht bereits für die erforderlichen Zwecke aus. Für wen das Gewicht jedoch ein eher nachgelagertes Kriterium ist und wer auch Chemikalien und Pestizide aus dem Trinkwasser filtern möchte, der erhält mit dem MSR MiniWorks EX einen qualitativ sehr hochwertigen Wasserfilter. Einzig das Pumpen ist etwas mühsam, da die Durchflussmenge erfahrungsgemäss geringer als angegeben ist. Dies vergisst man jedoch recht schnell, sobald man das gefilterte, geruchs- und geschmacksneutrale Wasser geniesst. Der MSR Miniworks EX funktionierte auf meiner Tour jedenfalls sehr zuverlässig – und ich bin von Montezuma’s Rache verschont geblieben.

Links

  • Video des Wasserfilters MSR Miniworks EX bei odoo.tv

One Response to “Wasserfilter MSR Miniworks EX im Test”

  1. Ein Virus ist zwischen 20 und 300 nm groß.
    1nm = 0,000001 mm

    20 nm = 0,00002 mm

    Also Filtert der Waterworks mini NICHT ALLE Viren raus!

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