Der Schneeschuh Lightning Ascent von MSR im Test

Der MSR Lightning Ascent ist bereits seit einigen Jahren auf dem Markt. Mehrfach als Testsieger ausgezeichnet hat sich dieser Alpin-Schneeschuh einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Ich habe mir mal angeschaut, woran das liegt.

Über MSR

MSR gehört zum amerikanischen Outdoorhersteller Cascade Designs, der mit der Erfindung der selbstaufblasbaren Therm-a-Rest Matratzen 1972 den Grundstein für seinen Erfolg legte. Neben MSR gehören weitere hierzulande bekannte Outdoor-Marken wie Platypus oder PackTowel zu dem Familienunternehmen.

1995 brachte MSR mit dem Modell Denali als erster Hersteller einen spritzgegossenen Kunststoff-Schneeschuh auf den Markt. Fast alle Schneeschuhe vom Typ Moderns basieren heutzutage auf diesem Verfahren.

Mit dem Lightning Ascent hat MSR einen Schneeschuh im Angebot, der in Sachen Gewicht und Flexibilität sicher eine Referenz im alpinen Bereich darstellt.

Der Schneeschuh Lightning Ascent

MSR Lightning Ascent - VollansichtDen MSR Lighning Ascent gibt es für Männer in drei verschiedenen Längen  (56, 64 und 76 cm) für unterschiedliche Gewichtsklassen und Schneeverhältnisse. Die Damenmodelle sind in zwei Längen verfügbar (56 und 64 cm) und mit 18 cm Breite etwas schmaler als das Herrenmodell mit 20 cm.

Die Form ist leicht nach hinten zulaufend ohne Taillierung. Der Bug ist stark aufgebogen, was das „Aufschaufeln“ von Schnee wirksam verhindert. Das Heck ist ebenfalls leicht aufgebogen und ermöglicht so ein angenehmes Bergabgehen.

MSR Lightning Ascent - Verlängerung

Die Auflagefläche des MSR Lightning Ascent lässt sich mittels optionaler,  ohne Werkzeug zu montierender Verlängerungselemente um ca. 1/4 vergrössern. So lässt sich der Auftrieb des Schneeschuhs individuell anpassen, je nach zusätzlichem Gepäck oder sich ändernden Schneeverhältnissen. Die Verlängerungen erweitern den Einsatzbereich des Lightning Ascents also wesentlich.

MSR Lightning Ascent - FixierungDie Verlängerungen werden einfach von hinten aufgesteckt und in spezielle Einkerbungen im Rahmen und einer Zugschlaufe aus stabilem Gummi sicher fixiert. Das Ganze funktioniert mit etwas Übung auch mit Handschuhen sehr gut und hält sehr sicher.

Gewicht

Das Paar MSR Lightning Ascent wiegt nur 1’785 Gramm und ist damit das Leichtgewicht unter den alpinen Schneeschuhen. MSR erreicht dies durch die Verwendung von besonders leichten Materialien wie beispielsweise Luftfahrts-Aluminium für den Rahmen.

Die optionalen Verlängerungen wiegen zusammen nachgewogene 264 Gramm, lassen sich also zugunsten von mehr Flexibilität auch auf einer längeren Tour mitnehmen.

Die Bindung

MSR Lightning Ascent - RiemenbindungDer MSR Lightning Ascent bietet mit der PosiLock AT Bindung eine Riemenbindung mit insgesamt 4 Riemen. Drei Riemen werden über den Vorderfuss gespannt, durch eine Schnalle geführt und mittels einer selbstschliessenden Lasche fixiert. Ebenso wird der vierte Riemen über die Ferse fixiert. Für überstehende Riemen sind spezielle Halterungen vorgesehen.

Der Korpus für die Schuhe ist aus langlebigem, kautschukähnlichem Kunststoff, der bis -40 °C vereisungsfrei und biegsam bleibt.

Die robuste PosiLock AT Bindung  lässt sich für viele verschiedene Schuhgrössen und -arten anpassen. So finden sowohl eher schmale Wanderstiefel, aber auch dick isolierte Winterstiefel Platz. Diese Riemenbindung ermöglicht auch mit weichen Schuhen einen komfortablen Sitz.

Der MSR Lightning Ascent im Praxistest

Zum Testeinsatz kam der Lightning Ascent auf einer einstündigen Schneeschuhtour im ersten Schnee Anfang November. Das Gelände war gemischt mit sehr steilen Abschnitten.

Bindung

Das An- und Ablegen der Bindung mit insgesamt 8  Riemen braucht merklich mehr Zeit als mit einer Ratschenbindung und ist mit Handschuhen ziemlich fummelig.

Mit meinen isolierten Schuhen war noch einiges an Riemenlänge übrig, was sich jedoch zufriedenstellend fixieren liess. Dafür sind die Riemen auch für dicke Snowboard-Boots oder Kältestiefel ausreichend lang.

Gehkomfort

MSR Lightning Ascent - AufstiegshilfeDer MSR Lightning Ascent ist mit einer sogenannten Ergo Televator Steighilfe ausgestattet. Durch die leichte Wölbung lässt sich diese mit dem Griff des Stocks einfach hochgeklappen.

Die Steighilfe ist aufgeklappt ca. 5 ½ Zentimeter hoch und ermöglicht damit auch in steilem Gelände noch ein komfortables und ermüdungsfreies Bergaufgehen.

Die Steighilfe sollte übrigens erst ab einer Steilheit von mehr als 20 Grad bergauf eingesetzt werden, um Beschädigungen des Schneeschuhs oder Verletzungen zu vermeiden.

Traktion

Beim MSR Lightning Ascent sind die Harscheisen direkt in den umlaufenden Schneeschuhrahmen gefräst. So braucht es keine zusätzlichen, fixierten Metallschienen, was entsprechend Gewicht spart und noch dazu unkaputtbar ist.

MSR Lightning Ascent - HarscheisenAuf der Unterseite wird der Rahmen zusätzlich mit zwei ebenfalls gezackten Querverstrebungen verbunden. Dies erhöht die Stabilität und Steifigkeit des Rahmens wesentlich und gibt durch die Zahnung spürbar Halt bergauf und bergab. Die Traktion ist nach allen Seiten wirklich vorbildlich.

Die Frontzacken sind aus Stahl und dank ihrer Länge sehr bissig. Mir scheint das Material zwar etwas dünn zu sein, ich habe jedoch auch nach einiger Recherche im Internet noch nichts von verbogenen Frontzacken gelesen. Erst im Langzeiteinsatz wird sich daher zeigen, ob die Frontzacken auch auf Dauer stabil genug sind für unvermeidbares Eis oder Felsen.

Die Vor- und Nachteile im Überblick

  • Sehr niedriges Gewicht
  • Vorbildliche Traktion nach allen Seiten
  • Hohe Robustheit
  • Bindung für weiche und voluminöse Schuhe geeignet
  • Sehr breiter Einsatzbereich dank optionaler Verlängerungen
  • Fummelige Riemenbindung

Fazit zum MSR Lightning Ascent

MSR Lightning Ascent - Vollansicht 2Beim Schneeschuhlaufen mit dem Lightning Ascent wird klar, warum dieser Schneeschuh so beliebt ist. Vor allem das Gewicht, die hervorragende Traktion in jeder Fussstellung und die Flexibilität durch die Verlängerungen machen den Schneeschuh optimal für alpine Touren. Abstriche gibt es nur für die fummelige Riemenbindung.

Mit einem Listenpreis von CHF 399 (EUR 299) zuzüglich den Verlängerungen muss man zwar tief in die Tasche greifen, erhält dafür mit dem Lightning Ascent aber einen top Schneeschuh, der wirklich alles in jedem Gelände mitmacht.


8 Responses to “Der Schneeschuh Lightning Ascent von MSR im Test”

  1. Ich habe verschiedene MSR-Schneeschuhe. Was am Modell Lightning Ascent ein Nachteil ist, sind die „Zacken“ auf dem Rahmen. Habe mir in steilerem Gebiet beim Hinunterlaufen schon mehrmals die Innenseite der Hose beschädigt.

  2. Vom MSR Schneeschuh bin ich seit Jahren begeistert. Wenn ich auf einem Berg gegangen bin hab ich es öfter bereut, dass ich mit den MSR nicht hinunterfahren konnte.(begeisterter Skifahrer und Bergsteiger)
    Meine Idee wäre eine Modell-Variante welche man auf einfache Art zu einem zweckdienlichen Schlitten verändern könnte, um damit lässig den Berg hinunterfahren zu können. Vielleicht kündigt diese Idee eine Markterweiterung an.
    PS: Das unmögliche kann auch mal überraschen!
    Freundliche Grüsse aus der Leuchtenstadt Luzern
    Otto Pircher

  3. Wir besitzen solch Schneeschuhe schon seit Jahren.
    Sie sind super griffig und besonders in steilen Parien, dank des Bügels, den man unter der Ferse hochstellen kann.
    Mühsam sind allerdings zwei Punkte. Das Anziehen ist wegen der Bänderbindung eine mühsame Fummelei, die je tiefer die Temperatur ist, umso schlimmer wird, denn die Kunststoffbänder werden immer steifer.
    Als zweites dürfte auch eine Vurrichtung vorhanden sein, damit man die Schuhe zusammenstecken und bequem tragen kann.

  4. MSR Lightning Ascent 25 – Bruch und Haarisse

    Nutze die Schuhe seit gut einem Jahr. Nach 25 Touren (125 Stunden) sind bei mir die inneren Frontzacken abgebrochen.
    Erst Links und eine Tour später am rechten Schneeschuh.

    Zweimal genau gleich. Die Schwachstelle ist das Ösenloch das die Metal und Plastikteile der Bindung zusammen hält.
    Das Blech ist zu dünn (leicht) für die Belastungen im steilen Gelände.

    Bei einer Kollegin ist nach etwa gleicher Zeit die Bindungsaufhängung gebrochen. Und sie ist nur knapp 50 Kilo schwer.
    Also richtig robust sind die Dinger nicht.
    Der MSR Importeur für die Schweiz empfahl mir mit MSR Evo zu laufen – nicht ganz so leicht, nicht ganz wendig, aber viel robuster…. meinte er.

    Nun habe ich Weissberg alpin alu – ist ein MSR Lightning Kopie – deutlich billiger.

  5. Ach ja hier noch ein Foto vom Bruch
    http://goo.gl/dKBC98

  6. Ich habe den denali und den lightning ascent schneeschuh. Beide sind mittlerweile schon einige Jahre alt aber nur für 4 oder 5 mehrstündige alpine touren auch auf 3000er in Gebrauch gewesen. Bei beiden schneeschuhen ist das harscheisen gerissen . Einmal in der Nähe der oese. Lt. meinem Händler kein Einzelfall. Ansonsten bin ich zufrieden. Allerdings hat die Innenseite der Hose auch schon gelitten.

  7. Ich habe den MSR Revo Ascent (Damenmodell) im Nov. 2015 gekauft. Nach etwa 30 Touren ist beim Schneeschuh/rechts der innere Frontalzacken abgebrochen, Bruchstelle direkt an der Niete.
    Bei näherer Überprüfung des Schneeschuh/links zeichnet sich ebenfalls ein Bruch (Haarriss) des äußeren Frontalzacken ab. Außerdem fangen sie leicht zu rosten an.

  8. @Gerrit 6 Co.: Die neueren Modell haben einen etwas verstärkteren Frontzacken. Dieser ist dadurch etwas kürzer geworden.

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