Leichtgewichtszelt Vaude Hogan Ultralight Argon im Test

Das Vaude Hogan Ultralight Argon wurde als Zelt für Bergsteiger in diversen Ausgaben des Magazins „Bergsteiger“ mehrere Male getestet und immer mit „sehr gut“ bewertet. Daher habe ich mir es für meine Bolivienreise zugelegt. Wie der umständliche Namen bereits verrät, ist es wirklich ultraleicht – ein paar Abstriche bei der Bestnote muss man trotzdem machen.

Testumgebung: Höhentrekking Condoriri, Hochlager Illimani
Testbedingungen: Wind, grosse Kälte bis -15 Grad, kein Regen
Testdauer: 10 Tage

vaude hogan ultralight argon packmassGewicht

Das Vaude Hogan Ultralight Argon ist mit nachgewogenen 1.480 Gramm wirklich sensationell leicht und hat mit 42 x 15cm ein sehr kleines Packmass. Das ideale Zelt also, wenn man alleine unterwegs ist und etwas mehr Wetterschutz als ein Tarp braucht. Dies waren für mich die hauptsächlichen Gründe, mir das Zelt zuzulegen.

Allerdings sollte man nochmal 250 Gramm für den Footprint mit einplanen. Denn der Zeltboden ist sehr dünn, und die mechanische Belastung durch spitze Steine und Dornen dürfte recht schnell zu Löchern führen. Dennoch kommt man auf nur 1.750 Gramm und das ist schon spürbar, wenn man länger unterwegs ist.

Aufbau

Der Footprint wird ohne Hinweis geliefert, wo vorne und hinten ist. Daher habe ich inklusive Ausprobieren der richtigen Footprint-Seite fast eine halbe Stunde zum ersten Aufbauen gebraucht. Nach dem zweiten Mal ging es zwar schon wesentlich schneller, allerdings fand ich das Argon Ultralight nicht gerade intuitiv aufzubauen (zumal ich bereits das Ferret III von Vaude besitze).

Der Blick in die Aufbauanleitung war wenig hilfreich. Die winzigen Abbildungen sind kaum zu erkennen und gehen nicht auf Details beim Aufbau ein (Abspannschnüre installieren, Fixierungsschlaufen des Überzelts). Bei einem Zelt um die 290 Euro herum sollte man das eigentlich erwarten dürfen – nicht jeder Käufer ist schliesslich Vollblut-Zeltaufbau-Profi.

Komfort

vaude hogan ultralight argonDas Argon Ultralight wird auf der Website von Vaude als 2-Personenzelt angeboten. Wie der Marketingmensch von Vaude in diesem Zelt allerdings eine zweite Person unterbringen möchte, ist mir ein Rätsel.

Mit einer normal breiten Isomatte ist das Zelt eigentlich schon voll belegt. Eine zweite Matte passt nur schräg und übereinander hinein. Notfalls ginge es sicher zu zweit hier zu Schlafen, es wird allerdings äusserst kuschelig. Anziehen im Zelt ist zu zweit definitiv unmöglich (wer es trotzdem schafft, wird von mir als Schlangenmensch unter Vertrag genommen).

Die Höhe des Innenzelts reicht aus, damit sich eine Person aufrecht hinsetzen kann. Gerade bei einem erzwungenen wetterbedingten Ruhetag eine Wohltat! Dies ist sicher ein Vorteil des Vaude Argon gegenüber anderen Leichtgewichtszelten. Von der Länger her ist es mit 220 cm Liegefläche ausreichend. Für das Gepäck ist in der Apsis allerdings sehr wenig Platz und dort zu Kochen nur etwas für sehr Wagemutige. Der Vorteil ist hierdurch jedoch die sehr geringe Stellfläche – wenn man in den Bergen unterwegs ist wird man dies zu schätzen wissen.

Der Eingang lässt sich von links und rechts her öffnen und zum Lüften mittels einer Schlaufe dauerhaft fixieren. Von innen kann der Eingang zudem von oben zur Lüftung herabgeklappt werden. Durchzug ist allerdings nicht möglich, da es im Fussteil keine zweite Lüftungsöffnung gibt.

Innen gibt es zwei Seitentaschen und Schlaufen zur Befestigung einer Schnur zum Wäschetrocknen.

Wind- und Wasserfestigkeit

Man braucht etwas Übung, bis man das Vaude Hogan Ultralight Argon richtig aufbaut und die Zeltwände auf Spannung bringt. Ansonsten bedeutet dies bei nächtlichem Wind konstantes Flattern der Zeltwände, was eine ruhige Nacht nicht gerade fördert. Notwendig sind hierfür definitiv die Häringe, denn ohne diese steht das Zelt ziemlich labbrig da.

Windstabil ist es durchaus und steht selbst bei stärkerem Höhenwind sicher. Die Wasserfestigkeit habe ich leider zum Glück nicht testen können müssen. Die Wassersäule mit angegebenen 10.000 mm für den Boden und 3.000 mm für das Aussenzelt sollte aber auch einem längeren Regen standhalten. Die Nähte sind silikonisiert und wasserdicht, was bei Leichtgewichtszelten wohl bisher ein Problem war.  Das Innenzelt ist jedoch tropfdicht und hält Kondensationsfeuchtigkeit von der Aussenwand zuverlässig ab.

Sonstiges

vaude hogan ultralight argon haeringErwähnenswert finde ich die Isolationsfähigkeit des Innenzeltes. Öffnet man dieses, kann man einen deutlichen Temperaturunterschied  feststellen. Hier war ich wirklich positiv überrascht.

Auch die von Vaude mitgelieferten Häringe sind trotz des geringen Gewichts sehr stabil und durch die dreieckige Form sehr verwindungssteif.

Negativ aufgefallen ist mir dagegen die statische Aufladung des Innenzeltes. Dadurch wird Staub und Schmutz dauerhaft angezogen und lässt sich nur schwer entfernen.

Zusammenfassung

Fazit

Alles in allem ist das Vaude Hogan Ultralight Argon ein wirklich sehr gutes Zelt für Personen, die das Platzangebot gerne gegen ein äusserst niedriges Gewicht eintauschen. Ein 2-Personenzelt ist es trotz der Herstellerangaben von Vaude allerdings nicht. Diese Angabe finde ich schlichtweg irreführend.

Für den Aufbau braucht es etwas Übung und die korrekte Spannung der Zeltwände ist nur bei ebenem Boden möglich. Die Anleitung ist hierfür nicht gerade hilfreich, für den Preis darf man mehr erwarten.

Dennoch bin ich jeden Abend sehr gerne in das Zelt gekrochen und würde es unter Berücksichtigung der Schwächen sicher an einzeln schlafende Bergsteiger und Radreisende weiterempfehlen.


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