Der Alpinrucksack Crux AK37 im Test

Wer einen Rucksack für alpine Aktivitäten sucht hat eine mittlerweile fast unüberschaubare Auswahl. Leicht eingrenzen kann man diese, wenn man sich auf die leichtesten Vertreter mit möglichst wenig Schnickschnack beschränkt. Und hier trifft man dann unweigerlich auf den superleichten Alpinrucksack AK37 von Crux.

Über Crux

Crux ist ein sehr kleiner und sehr feiner englischer Hersteller mit Standort Frankreich, der sich auf Ausrüstung für Klettern und Bergsteigen spezialisiert hat. De facto besteht das Unternehmen nur aus einer Person, nämlich dem Gründer Carol McDermot. Er hat es jedoch geschafft, mit seinen verschiedenen Partnern eine sehr spezialisierte Marktnische für sehr leichte und robuste Ausrüstung für Kletterer und Bergsteiger zu besetzen.

Dieser Fokus auf Alpinismus zeigt sich in den Produkten von Crux, welche sich auf wesentliche Funktionen für Kletterer und Bergsteiger konzentrieren und hier keine Kompromisse eingehen.

Neben Zelten, Shells, Daunenjacken und Schlafsäcken bietet Crux auch Rucksäcke an. Hohe Langlebigkeit bei äusserst geringem Gewicht zeichnen dabei alle Rucksack-Modelle von Crux aus. Und damit sind die Rucksäcke auch für Trekker und andere Outdoorsportler interessant.

Der Alpinrucksack Crux AK37 im Test

Crux_AK37_VollansichtIch hatte die Möglichkeit, den Alpinrucksack Crux AK37 auf zwei Hochtouren auf Herz und Nieren zu prüfen. Der AK37 ist sozusagen der „kleine Bruder“ des Referenzmodells AK47, der in diversen Tests bereits Lorbeeren einheimsen konnte (siehe hierhier und hier).

Die Bezeichnung leitet sich aus dem jeweiligen Volumen ab. Die Bauart als Toploader ist bei beiden Modellen gleich, jedoch eignet sich ein 37 Liter-Rucksack aus meiner Sicht besser für kurze (Wochenend-) Touren als die Variante mit 47 Litern.

Material & Verarbeitung

Die Verarbeitung ist insgesamt äusserst robust und auf maximale Langlebigkeit ausgelegt. Es ist also gut möglich, dass man im Leben nur einen einzigen Crux-Rucksack besitzen wird, zumal Crux dem Ersterwerber eine lebenslange Garantie auf Material und Verarbeitung gewährt.

Crux_AK37_KlebefixierungFür den AK37 verwendet Crux ein PU-beschichtetes Mischgewebe aus Cordura und Kevlar (daher auch der Name AK für „Alpine Kevlar“). Dieses Material macht den Rucksack fast komplett wasserdicht und äusserst robust. Alle Befestigungsmöglichkeiten sind von aussen auf das Hauptfach aufgeschweisst und von innen getaped.

Mehrere Regenschauer hintereinander hat der Crux locker weggesteckt, ohne dass irgendwo Wasser eingedrungen wäre. Ein zusätzliches Regencover kann man sich also beruhigt sparen. Das robuste Material und der doppelt genähte Boden stecken auch ruppige Handhabung locker weg.

Gewicht

Auffallend beim ersten Griff ist das geringe Gewicht des Rucksacks.

Gerade mal 960 Gramm bringt der AK37 auf die Waage und ist damit mehrere Hundert Gramm leichter als Alpinrucksäcke mit gleichem Volumen von anderen Herstellern. Crux erreicht dies durch ein optimiertes Tragesystem mit schmalen Hüft- und Tragepolstern, der Verwendung zweier herausnehmbarer Titanstreben zur Stabilisierung und der bereits erwähnten Reduktion auf die wirklich notwendigen Funktionen.

Um Gewicht zu sparen und die weitgehende Wasserdichtigkeit zu gewährleisten hat Crux – wo möglich – auf Nähte verzichtet. Der Hauptsack ist somit aus einem Stück gearbeitet, alle verbliebenen Nähte sind von innen verschweisst.

Tragekomfort

Crux_AK37_TragesystemAls Maximalgewicht inklusive Zuladung gibt Crux 14 kg an. Dies sollte bei bedachtem Packen auch für alpine Mehrtagestouren ausreichen, ausser man muss wirklich extrem viel Material mitschleppen. In diesem Fall wäre der grosse Bruder AK47 die bessere Wahl.

Das Titangestänge bringt die Last direkt auf den Hüftgurt. Die Stangen können einzeln entfernt und sogar nach eigenen Vorstellungen zurechtgebogen werden.

Die verhältnismässig dünnen Hüft- und Schultergurte sind anatomisch geformt und ermöglichen das komfortable Tragen innerhalb dieses Lastbereiches.

Weitere Features

  • Seitliche, diagonal verlaufende Kompressionsriemen sorgen für eine gleichmäßige Kompression
  • Zwei kleine, seitliche Stretch-Taschen unten nehmen zusätzliche Ausrüstung auf, welche mittels der Kompressionsriemen fixiert werden kann
  • Stabile beidseitige Schlaufen für den Skitransport
  • Die sehr grosse und robuste Trageschlaufe ermöglicht das einfache Anheben und Einhängen des Rucksacks auch mit Handschuhen
  • Wasserdichtes Deckelfach mit Innentasche für Geld und Dokumente sowie wasserdichtem Reissverschluss aussen
  • Zwei Eispickelschlaufen mit dazugehörigen Fixiergummis mittig auf dem Hauptfach (geklebt)
  • Zuziehbarer Kragen („Schneefang“) am Hauptfach verhindert das Herausfallen von Material und Eindringen von Schnee und Staub
  • Innentasche für Trinkblase und eine grosse Öffnung zum Durchführen des Schlauchs auch mit Isolierung
  • Kleine, auf dem Hüftgurt angenähte  Schlaufen können zum Einknüpfen von Materialschlaufen genutzt werden

Persönlicher Eindruck

Ich hatte den Crux nun bereits auf zwei kombinierten Hochtouren im Einsatz und bin sehr zufrieden. Besonders das geringe Gewicht hat es mir angetan, da ein superleichter Rucksack die Basis für weitere Gewichtsoptimierungen auf Alpintouren ist.

Crux_AK37_SchulterriemenDer Tragekomfort mit der verhältnismässig dünnen Polsterung ist für den avisierten Gewichtsbereich von 14 Kilogramm absolut ausreichend. Der Rucksack liegt fest am Rücken und macht jede Bewegung mit.

Einzig das Deckelfach könnte beim AK37 noch optimiert werden. Sind sowohl Rucksack als auch Deckelfach vollgepackt, liegt letzteres nur noch schräg auf und behindert dadurch etwas die Kopffreiheit, gerade wenn man einen Helm trägt. Hier wären zwei verstellbare Schlaufen anstelle einer festen Naht wie beim AK47 sinnvoll, um das Deckelfach auch bei hohem Packvolumen noch gerade über dem Hauptfach justieren zu können.

Auch die Grösse geht gerade noch so – etwas mehr Stauraum hier wäre optimal.

Die Vor- und Nachteile im Überblick

  • Äusserst geringes Gewicht
  • Bombenfestes Material und Verarbeitung
  • Nahezu wasserdicht
  • Durchdachte Features (Trageschlaufe, Kompressionsriemen)
  • Lebenslange Garantie auf Material und Verarbeitung
  • Kleines Deckelfach schliesst bei hoher Zuladung schlecht ab
  • Fehlender Fixierriemen für ein Seil

Fazit

Für mich ist der Crux AK37 der ideale Alpinrucksack für  kurze (Wochenend-)Touren. Das geringe Gewicht bei gleichzeitig sehr hoher Robustheit sind schlagende Argumente gegen die Konkurrenz. Zwar haben Rucksäcke von Crux ihren Preis, dafür bekommt man jedoch auch einen lebenslangen Begleiter auf den Rücken. Definitiv ein Kauftipp!

Bezugsquellen in der Schweiz sind Transa (Zürich, Basel) und Cactus in Genf. Und hier die Homepage von Crux.

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