Die Daunenjacke Asgard Hybrid Jacket von Berghaus im Test

Eine reine Daunenjacke ist das Asgard Hybrid Jacket von Berghaus streng genommen nicht. Denn sie kombiniert – worauf der Name schon hinweist – Daune und Kunstfaser (hier: PRIMALOFT® One) als Isolationsfüllung. Was sind die Vorteile dieses Hybrid-Ansatzes gegenüber den Wärmejacken mit reiner Daunen- oder Kunstfaserfüllung?

Asgard-Hybrid-VollansichtDie Bergfreunde haben mir freundlicherweise ein Exemplar des Asgard Hybrid Jackets von Berghaus zum Testen überlassen. Nachdem ich bereits das Mount Asgard Jacket der Extreme-Serie von Berghaus unter die Lupe genommen habe, war ich natürlich auf einen weiteren Vertreter dieser Kollektion sehr gespannt.

Mangels Schnee habe ich gute Teil bisher nicht in der Praxis testen können. Daher folgt erst einmal sozusagen ein Trockentest und später werde ich meine Erfahrungen auf Tour nachtragen.

Daune versus Kunstfaser

Sowohl Daune als auch Kunstfaser bieten als Isolationsfüllung Vorteile und Nachteile.

Daune hat ein von Kunstfasern bisher unerreichtes Verhältnis von Wärmeleistung, Gewicht und Packmass.  Der grosse Nachteil ist, dass Daunen sehr empfindlich auf Feuchtigkeit reagieren. Sind sie einmal feucht oder gar nass, geht die Wärmeleistung gegen Null. Und trocknen lassen sich Daunen nur sehr schlecht.

Hier glänzt hingegen die Kunstfaser: sie wärmt auch in feuchtem Zustand und trocknet wesentlich schneller als Daune.

Das Hybrid-Konzept von Berghaus

Auf der Expedition von Leo Houldings zum Mount Asgard auf Baffin Island wurden die Vor- und Nachteile von Daune intensiv unter verschiedensten Bedingungen getestet.

Asgard-Hybrid-Daune-KunstfaserSo ergaben sich die speziellen Anforderungen an ein Hybrid-Kleidungsstück. Dieses sollte einerseits den Rumpf mit den wichtigen Organen durch Daune zuverlässig isolieren. Andererseits sollten die für Feuchtigkeit anfälligen Stellen Kapuze, Schultern, Ärmel und Saum durch den Einsatz von Kunstfaser/PRIMALOFT® One isoliert werden, um dort die Nachteile von Daune zu kompensieren.

Zusätzlich wurde bei Mnthaus, der Research- und Designschmiede von Berghaus, an einer speziellen Imprägnierung für Daunen getüftelt. So wurde die sogenannte hydrophobe Daune („Hydrophobic Down“) welche im Vergleich zu unbehandelter Daune doch beeindruckende Werte liefert:

  • sie absorbiert wesentlich weniger Feuchtigkeit
  • behält ihre Bauschkraft bis zu 80% länger
  • isoliert 30% besser in nassem Zustand
Berghaus-Asgard-Hybrid-Graph

Quelle: Berghaus

Eingepackt wurde das Ganze in eine Hülle aus PERTEX® QUANTUM®, einem extrem leichten, wind- und wasserresistentem Stoff. Ausgestattet wurde dieser Stoff zusätzlich mit einer sogenannten D.W.R.-Imprägnierung gegen Feuchtigkeit, welche sich durch ihre Langlebigkeit und die vergleichsweise hohe Abriebfestigkeit auszeichnet.

Das Ergebnis ist das Asgard Hybrid Jacket, welches die Vorteile sowohl von Daune als auch Kunstfaser/PRIMALOFT® One in einem Kleidungsstück bietet.

Das Asgard Hybrid Jacket unter der Lupe

Was beim ersten Anprobieren sofort auffällt ist das  ultraleichte Gewicht der Jacke – sensationelle 394 Gramm bei Grösse L! Das Gewicht wird in diversen Shops mit 472 Gramm angegeben, meine Waage zeigt allerdings rund 80 Gramm weniger an.

Asgard-Hybrid-BuendchenDie Passform (Grösse L bei 182cm) ist sehr gut, es gibt praktisch keine Bewegungseinschränkungen. Selbst bei senkrecht in die Luft gestreckten Armen verrutschen die Ärmel durch die Stretchbündchen kaum.

Dank tief heruntergezogenem Rücken bleiben dabei auch die Nieren bedeckt, was insbesondere Kletterer freuen dürfte. Asgard-Hybrid-RueckenIm Stehen bedeckt der lange Rücken dann teilweise das Füdli, ohne dabei aber sackartig auszusehen. Dafür sorgt ein einhändig zu bedienender Saumzug. Kleines aber cleveres Detail am Rande: der dauerhaft in sich verdrehte Zug verhindert zuverlässig ein versehentliches Hängenbleiben beim Klettern.

Der Rumpfbereich von der Hüfte bis zur Brust ist wie eingangs beschrieben mit hochwertiger, hydrophober Daune (700 cuin, 90% Daunen, 10% Federn) gefüttert. Unterhalb der Hüfte wird PRIMALOFT® One eingesetzt. So kann man auch über der Jacke einen Klettergurt tragen, ohne dass er auf der Daunenisolierung aufliegt.

Auf meine Email-Anfrage hin versicherte mir Berghaus, dass die Imprägnierung der Daunen auch beim Tragen eines Rucksacks zuverlässig das Nasswerden durch Schweiss verhindern sollte. Ich werde dies in meinem Praxistest einfach mal testen.

Vorne am Rumpf sind zwei leicht nach oben versetzte Taschen, welche auch mit Klettergurt gut erreichbar sind. Eine geräumige Innentasche ist ebenfalls vorhanden.

Asgard-Hybrid-ReissverschlussAlle Taschen sind mit hochwertigen YKK-Reissverschlüssen versehen, die sich dank der verlängerten Zips auch mit Handschuhen gut bedienen. Der Front-Reissverschluss ist ebenfalls von YKK und mit einer Windschutzleiste unterlegt. Er lässt sich von beiden Seiten öffnen und unterstützt dadurch das Tragen eines Klettergurtes.

Asgard-Hybrid-Kapuze-FrontRichtig Mühe gegeben hat sich Berghaus beim Asgard Hybrid Jacket mit der Kapuze. Die Weite der Öffnung lässt sich mit einer Hand durch zwei Zips auf Höhe des Schlüsselbeins einstellen. Einfach kräftig daran ziehen und die beiden Tankas halten die Spannung. Mit dem hochgezogenen, vorne innen mit weichem Microfleece versehenen Kragen lässt sich so das Gesicht gut schützen.

Asgard-Hybrid-Kapuze-SeiteDie Kapuze wird zudem durch einen Gummizug auf Stirnhöhe fixiert. Einfach den Zip am Hinterkopf ziehen, und die Kapuze sitzt auch bei starkem Wind schön fest am Kopf. Ein Kletterhelm passt zwar nicht drunter, den kann man aber gut darüber tragen.

Abgerundet wird der Kopfschmuck mit einem kleinen Schirm.

Einsatzbereich des Asgard Hybrid Jackets

Die Wärmejacke ist vor allem für Alpinisten und (Eis-)Kletterer gedacht. Aber auch für Skitourengänger ist die Jacke aufgrund der Eigenschaften interessant. Am besten kommen die Eigenschaften der Jacke sicherlich in der Kälte um und unterhalb des Gefrierpunkts zum Tragen.

Asgard-Hybrid-RegenDas Asgard Hybrid Jacket ist zwar weitaus resistenter gegen Feuchtigkeit als andere Daunenjacken, dennoch sollte man keine Wunder erwarten. Schnee, Schmelzwasser oder einem kurzen Regenschauer hält sie problemlos stand, was ich mit 20 Minuten Probehängen im Regen getestet habe. Bei starkem Regen oder nassem Schneefall ist jedoch eine zusätzliche Wetterschutzjacke ratsam.

Erstes Fazit

Vom Berghaus Asgard Hybrid Jacket bin ich nach meinem ersten Test äusserst angetan. Das Konzept und die Vorteile zweier Isolationsmaterialien überzeugen. Sinnvolle Details und besonders die sturmsicher fixierbare Kapuze runden meinen positiven Gesamteindruck ab.

Ich bin gespannt, wie sich das Hybrid Jacket in meinem Praxistest bewähren wird – mehr dazu folgt demnächst.

 


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